Urbane Luftqualität & Spurengasflüsse

Emissionen dort messen,
wo sie tatsächlich entstehen.

Wir untersuchen, wie Verkehr, Gebäude, Energieverbrauch, Chemie, Turbulenz und alpine Topografie die atmosphärische Zusammensetzung über Innsbruck prägen.

NO₂ · NOCO₂ · CH₄VOCEddy-Kovarianz
Illustration einer urban-alpinen Talatmosphäre
Panorama vom Innsbruck Atmospheric Observatory über Innsbruck und das Inntal
Blick vom Innsbruck Atmospheric Observatory über die Stadt und das Inntal.

Warum direkte Beobachtungen?

Luftqualität verändert sich – aber nicht bei allen Stoffen gleich.

Technische Verbesserungen haben die Belastung durch verschiedene aromatische VOC, Kohlenmonoxid und Feinstaub in Westösterreich deutlich reduziert. Bei Stickstoffdioxid zeigt sich jedoch kein vergleichbar klarer Rückgang. Gerade in Städten stammen Stickoxide aus mehreren Verbrennungsquellen, deren Beiträge in Emissionsinventaren weiterhin unsicher sein können.

Unsere Messungen liefern eine unabhängige Top-down-Perspektive: Statt einzelne Quellen nur hochzurechnen, beobachten wir den gesamten turbulenten Austausch zwischen Stadt und Atmosphäre.

Top-down-Emissionsbestimmung

Turbulente Flüsse statt Momentaufnahme.

Eddy-Kovarianz-Messungen von NO₂, NO, CO₂, Methan und reaktiven organischen Verbindungen quantifizieren, was aus einem größeren Stadtgebiet tatsächlich in die Atmosphäre gelangt.

01

Messen

Schnelle Konzentrations- und Windmessungen

02

Zuordnen

Footprints, Windsektoren und Quellgebiete

03

Vergleichen

Messungen und Emissionsinventare

Messturm des Innsbruck Atmospheric Observatory über den Dächern von Innsbruck
Der Messturm verbindet hochfrequente chemische Analytik mit dreidimensionaler Windmessung.

Beobachtungsprogramm

Langzeitreihen und intensive Kampagnen.

Kontinuierliche Beobachtungen zeigen saisonale und langfristige Veränderungen. Kampagnen ergänzen zusätzliche Instrumente, mobile Messungen und gezielte Experimente, um einzelne Quellen und chemische Prozesse genauer aufzulösen.

01

Langzeitbeobachtung

Mehrjährige Fluss- und Konzentrationsreihen schaffen einen belastbaren urban-alpinen Referenzdatensatz.

02

Intensivkampagnen

Zusätzliche Messsysteme erfassen Spurengase, Aerosole, Strahlung und meteorologische Prozesse gleichzeitig.

03

Modellvergleich

Abweichungen zwischen Messung und Inventar weisen auf unbekannte oder unzureichend quantifizierte Quellen hin.

Projekte & Zusammenarbeit

Gemeinsam urbane Emissionen verstehen.

Förderung: FWF P30600, FWF P33701 und EU Marie Curie 334084.

Doktorand:innen: Christian Lamprecht, Marcus Striednig und Michael Stichaner.

Die Kooperationen verbinden das IAO mit Niels Jensen und Ignacio Goded am JRC in Ispra, Donald Lenschow am NCAR, David Gurarie an der Case Western Reserve University sowie Alexander Cede bei LuftBlick. Damit treffen Langzeitbeobachtung, Turbulenzforschung, Emissionsinventare, Fernerkundung und Luftqualitätsmodellierung aufeinander.

Messmethoden und Ergebnisse entdecken.

Instrumente, Projekte und Publikationen zeigen, wie aus hochfrequenten Signalen belastbare Emissionsschätzungen entstehen.

Zu den Projekten →