Konstitutive Emissionen
Licht, Temperatur, CO₂-Konzentration und Nährstoffversorgung steuern die biosynthetische Freisetzung.
BVOC in alpinen Ökosystemen
Wir untersuchen, wie Pflanzen flüchtige organische Verbindungen freisetzen und wie diese Emissionen mit Kohlenstoff, Wasser, Stress und atmosphärischer Chemie gekoppelt sind.


Chemische Vielfalt der Pflanzen
Von Pflanzen wurden rund 1.700 emittierte Substanzen beschrieben. Blätter, Stängel, Blüten und Wurzeln können solche biogenen flüchtigen organischen Verbindungen abgeben. Isopren und Monoterpene dominieren viele Emissionsflüsse, doch auch Methanol, Aceton, Aldehyde und organische Säuren sind bedeutend.
Diese Moleküle dienen der Kommunikation, Abwehr und Anpassung. In der Atmosphäre reagieren sie weiter und beeinflussen – abhängig von den NOx-Bedingungen – die Bildung oder den Abbau von bodennahem Ozon sowie sekundären Aerosolen.

Emissionsmechanismen
BVOC-Emissionen sind dynamisch: Sie folgen der Pflanzenentwicklung, werden durch Umweltbedingungen gesteuert und können sich unter Belastung innerhalb kurzer Zeit verändern.
Licht, Temperatur, CO₂-Konzentration und Nährstoffversorgung steuern die biosynthetische Freisetzung.
Viele Verbindungen treten während bestimmter Lebens- und Wachstumsphasen besonders deutlich auf.
Verwundung, Fraß, Hitze und Trockenheit können bestehende Emissionen verstärken, hemmen oder neue Stoffe auslösen.
Chemisch-hydrologische Kopplung
Unsere Projekte erfassen den Austausch von BVOC, CO₂ und Wasserdampf zwischen alpinen Wäldern und der Atmosphäre. So lässt sich untersuchen, wie Photosynthese, Transpiration, Trockenheit und chemische Signale zusammenwirken.
Team & Kooperation
Doktorand:innen: Marcus Striednig und Judith Schmack.
Koordination: Werner Jud und Thomas Karl.
Die Forschungsarbeiten verbinden Atmosphärenphysik und -chemie mit Biometeorologie, Ökologie, Botanik, Mikrobiologie und Pflanzenphysiologie. Zum Kooperationsumfeld gehören unter anderem Georg Wohlfahrt, Hans Sanden, Lisa Kaser, Alex Guenther, Jörg Schnitzler, Arianna Peron, Stefan Mayr, Michael Bahn, Ilse Kranner, Walter Oberhuber, Ursula Peintner und Ulrike Tappeiner.
Projekte, Instrumente und Abschlussarbeiten verbinden Beobachtung, Methodenentwicklung und Datenanalyse.